
Die Überwindung unserer je eigenen 'Mondfinsternis' bedeutet noch eine Menge mehr,
als dass allein die Seele wieder mit ihrer Heimat, mit Gott, korrespondieren
kann. In diesen Gottesfeueraugenblicken öffnet sie sich vielmehr auch
ganz neu in die zwischenmenschliche Seele hinein. Und das bedeutet, dahin, wo
allein Gott als der dreifaltige in unserer Mitte gegenwärtig sein kann. Die Existenz
dieser Seele zwischen uns ist abhängig von den
Gottesfeueraugenblicken, in denen die 'Mondfinsternis' in uns, d.h. in
wenigstens zweien von uns, überwunden ist. Während der
'Mondfinsternis' der Seele hat sie keine Lebensgrundlage, kann also
auch Gott nicht mit der Fülle seines Lichtes zwischen uns gegenwärtig sein. Wir
erschaffen uns dann zwangsläufig allerlei Ersatz auf der Ebene der
Gefühle. Einer ist aber auch dann zwischen uns gegenwärtig. Einer,
der es zwischen uns in unserer Finsternis freiwillig und in jedem
Schmerz aushält, an diesem Kreuz unserer Finsternis hängend,
ohnmächtig, aber in Liebe im Geiste zugegen und bereit das Feuer
unserer Auferstehung zu entfachen, wann immer der Geist wenigstens
zweier Menschen, vereint mit ihm in seiner Verlassenheit zwischen uns,
die 'Mondfinsternis' in der Seele überwindet.